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PETER BÖSCH, HALLAU SH

Jean-Pierre Ritler | 29.10.2015 |

PETER BÖSCH, HALLAU SH


Der kochende Winzer

Endlich ein Mann als Swiss Tavolata-Gastgeber! Viele wissen es nicht, aber es ist natürlich auch für Herren erlaubt, bei uns mitzumachen. Und hier ist der erste, der sich getraut hat: Peter Bösch aus Hallau, seines Zeichens Winzer und begeisterter Hobbykoch. Doch beides ist er nicht durch Lust und Laune geworden, sondern durch harte Schicksalsschläge, die sein Leben gehörig durchgeschüttelt haben.

 

Peter Boesch_Swiss Tavolata_Foto Jean-Pierre Ritler_01

Peter Bösch bereitet den Swiss Tavolata-Tisch in seiner unterirdischen Blauburgunder-Taverne vor. Hier kann er bis zu 40 Personen bewirten.  

 

Ich sitze mit Peter in seinem grossen, gemütlichen Gastraum im Keller seines Hauses gegenüber. Es fällt auf, er spricht einen ganz anderen Dialekt als die Menschen hier im Schaffhausischen Hallau, das keine vier Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegt. „Ja, ich stamme aus dem Oberaargau“, erklärt der 47jährige. 


In Aarburg ist er zusammen mit drei weiteren Geschwistern aufgewachsen. Sein Vater war wie dessen Vater schon zuvor Gemeindeförster und so war der kleine Bub immer wieder im Wald anzutreffen. „Ich bin sehr naturverbunden“, sagt Peter. „Und daher lag es auf der Hand, dass ich die Familientradition weiterführen wollte und habe ebenfalls Förster gelernt.“ Damals war es nicht leicht, einen Job im Wald zu finden, und so meldete er sich auf eine ausgeschriebene Stelle in Schaffhausen. Er hatte Glück und konnte 1990 seine neue Stelle im Norden der Schweiz antreten.

 

Vom Biertrinker zum Winzer


„Gewohnt habe ich von Beginn weg in Hallau, weil meine Schwester hier einen Winzer geheiratet hat.“ Das war die erste Verbindung zu den Reben. Die zweite erlebte Peter in seinem Beruf: Die Mitarbeiter des Stadtforstamts Schaffhausen kümmern sich auch um die städtischen Rebberge Munot und Rheinhalde. Peter: „Schaffhausen ist zwar ein kleiner Kanton, aber mit einer grossen Leidenschaft für den Wein.“  Auch der Mann aus dem Aargau wurde davon angesteckt. „Ich war ein Biertrinker, hatte eigentlich nichts mit Wein am Hut. Aber dann ging das sehr schnell, und ich habe mich in die Weinkultur hineingearbeitet und in Wädenswil Rebbau-Kurse besucht.“ 

 

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Das idyllische Hallau im Kanton Schaffhausen. 2100 Einwohner und Rebberge, wohin man blickt. 


Das Leben des Peter Bösch schien perfekt zu sein. 1995 kaufte er ein Haus in Hallau mit eigenem Rebberg und ein paar Wochen nach dem Hauskauf lernte er seine spätere Frau Dagmar kennen. Das Paar pachtete in den kommenden zwei Jahren weitere Reben dazu. „Eigene Reben zu kaufen war damals sehr schwierig. Nicht zuletzt, weil ich zuerst ein Fremder war.“ Aber Peter hat sich schnell eingelebt, arbeitet aktiv in Vereinen mit und hat sogar einen Männerkochverein in Hallau gegründet. Er wurde von allen akzeptiert.

 

Harter Schicksalsschlag

 

Und dann kam der harte Schlag. 1999 erlitt Peter einen schweren Autounfall, mit bleibenden Schäden bis heute. „Da musste ich den Forstberuf leider aufgeben. Das war sehr hart, aber es ging körperlich nicht mehr. Ich habe lange daran genagt und die Familie hat sehr darunter gelitten.“ Peter musste sein Leben neu überdenken und entschied sich, selbstständig zu werden. Mit Erfolg: Inzwischen hat er einen Hektar Reben und einen Catering-Betrieb. „Dadurch kann ich in meinen eigenen Rhythmus arbeiten und es geht mir körperlich sehr viel besser. Der Druck vorher war einfach zu gross“, resümiert er. 


So ein Erlebnis prägt, verändert einen Menschen. „Ich war immer sehr exakt, sehr streng mit mir und meiner Linie“, erinnert sich Peter. „Aber wenn ich heute in den Reben bin, kann ich es auch mal langsamer angehen lassen, auf meinen Körper hören. Es gilt nicht mehr nur ‚Gring abe u seckle.‘“ Die Natur hilft zum Ausgleich kräftig mit. „Jedes Jahr ist anders, hat seinen eigenen Charakter. Es gibt Hagel, Gewitter, Schnee, Kälte oder Hitze, da muss man flexibel sein und sich immer wieder anpassen.“


Diese Einstellung widerspiegelt sich in seinen Weinen. „Ich bin Kleinwinzer und kann es mir erlauben, dass man in meinen Weinen das jeweilige Jahr auch herausspürt. Das können die Grossen viel weniger, dort muss jeder Jahrgang mehr oder weniger gleich sein. Ich kann das Jahr in die Flasche bringen, und das macht enorm viel Spass.“


Wie seine Weine entstehen, welchen Einfluss sie auf das Swiss Tavolata-Menu haben und durch welchen Schicksalsschlag Peter überhaupt zum Kochen kam, verrate ich in den nächsten Blogs.

 

Peter Boesch_Swiss Tavolata_Foto Jean-Pierre Ritler_05

Peter Bösch präsentiert stolz seine fünf eigenen Weine. Wie er sie herstellt, erfahren wir im nächsten Blog.


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